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Reihe Laboratorium Aufklärung


Cover des ersten Bandes der Reihe Laboratorium Aufklärung


Die Buchreihe "Laboratorium Aufklärung" erscheint beim Wilhelm Fink Verlag (München) und widmet sich der Erforschung der beiden Transformationsphasen, welche die klassische Moderne einschließen: und zwar zum einen dort, wo sie vorrangig gelegt wurden - also im "langen" 18. Jahrhundert von etwa 1690 bis 1830-, sowie zum anderen mit Blick auf die aktuelle Transformationsphase des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts. Vergleichbare Problemstellungen in den beiden Transformationsphasen werden entweder vom langen 18. Jahrhundert oder von der Gegenwart aus bestimmt. Konstellationen der Zeit zwischen den Transformationsphasen können dabei die Funktion eines kritischen Korrektivs erhalten. Das "Laboratorium Aufklärung" soll auf diese Weise beschrieben und für die Gegenwart fruchtbar gemacht werden.
Veröffentlicht werden Arbeitsergebnisse des gleichnamigen Forschungszentrums an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, des Partner-Landesforschungsschwerpunkts "Aufklärung - Religion - Wissen" an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie Diskussionsbeiträge im Rahmen von Themen einer weit verstandenen Aufklärungsforschung, die andernorts entstanden sind, aber in engem Zusammenhang mit dem Thema der Reihe stehen.

Die Reihe ist über den Buchhandel erhältlich. Weitere Informationen lassen sich finden unter www.fink.de

Band 1: Olaf Breidbach/Hartmut Rosa (Hgg): Laboratorium Aufklärung (2010)

Die Impulse der Aufklärung, insbesondere die Ideen und Leitbilder der Selbstbestimmung und Selbstverantwortung, aber auch die der Gestaltbarkeit von Geschichte und Gesellschaft, haben bis heute ihre Geltung behalten und wirken noch immer orientierend. Im ersten Band der Reihe "Laboratorium Aufklärung" unternehmen deshalb Wissenschaftler ganz unterschiedlicher Disziplinen den Versuch, aus der Perspektive ihrer Fächer Laboratoriumssituationen im 18. Jahrhundert und in der Gegenwart aufzuzeigen und danach zu fragen, welche Bedeutung die Beschäftigung mit der Aufklärung für die heutige Moderne haben kann und umgekehrt, ob und wie sich heute eine neues Bild der Aufklärung formt.

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Band 2: Ralf Koerrenz (Hg.): Laboratorium Bildungsreform. Jena als Zentrum pädagogischer Innovationen (2009)

Seit der Aufklärung lebt der Mensch in einem einzigen, einzigartigen Experiment, in einer Art Laboratorium. Seitdem gelten Freiheit, Mündigkeit und Autonomie als Maßstäbe für eine vernunftgeleitete Gestaltung des Lebenslaufs. Diese Ideale verleihen insbesondere der Leitvorstellung "Bildung" einen besonderen Akzent. Bildung wird in einem umfassenden Sinne an die autonome, selbstreflexive Kulturaneignung des Individuums gebunden.
Für Reformdebatten um Bildung und Erziehung ist Jena dabei ein besonderer Ort, eine Art Laboratorium "Bildungsreform".

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Band 3: Olaf Breidbach/Peter Heering/Matthias Müller/Heiko Weber (Hgg.): Experimentelle Wissenschaftsgeschichte (2010)

Die experimentelle Wissenschaftsgeschichte rekonstruiert in ihrem Vorgehen das Verfahren der historischen Wissenschaften. Sie bezieht sich nicht nur auf die Quellen, die in der Tradition der Wissenschaften selbst übermittelt wurden, sondern auch auf Aussagen über Handlungspraktiken der Wissenschaften, deren historische Geräte und deren Materialien. Sie stellt derartige Praktiken nach, rekonstruiert mit ihnen vormalige Verfahren, Gerätschaften und den Umgang mit ihnen und ist somit in ihrem methodischen Ansatz selbst experimentell. Ziel der experimentellen Wissenschaftsgeschichte ist ein Verständnis des Zusammenhangs von Objekten, Praktiken, Ideen und handelnden Subjekten in den historischen Wissenschaften.

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Band 4: Hans Adler/Rainer Godel (Hgg.): Formen des Nichtwissens der Aufklärung (2010)

Wie gelangt Nichtwissen im 18. Jahrhundert zu diskursiver Präsenz? Es ist die Aufklärung als Avantgarde moderner Wissenskulturen, die das Problem der finis cognitionis - der bestimmbaren Grenze sowohl wie des unvermittelten Endes des Wissens - thematisiert, die zugleich aber vom scheinbar nicht diskursfähigen Nichtwissen bestimmt wird. Widersprüche, Ambivalenzen und Amphibolien sind Spuren dieser Doppelpräsenz des Nichtwissens.

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Band 5: Olaf Breidbach, Roswitha Burwick (Hgg.): Physik um 1800 - Kunst, Wissenschaft oder Philosophie? (2012)

In der Phase um 1800 greifen eine Vielfalt von Personen, Denkströmungen und Denkstile direkt ineinander, in denen wesentliche Momente dessen, was für uns heute Natur, Wissenschaft und Wissen bedeuten, angelegt sind. Dabei ist in dem Nebeneinander der Ansätze, in denen sich Ästhetik, Wissenschaft und Philosophie mischen, die Idee leitend, ein Ganzes erfahrbar zu machen. Bedeutsam ist dieses Vorgehen nun nicht als Gegenbild einer disziplinär organisierten Wissenschaftskultur und des für uns heute charakteristischen Nebeneinanders von Kultur und Wissen, sondern als Keimzelle unserer heutigen Vorstellungen von Wissenschaften und Wissen. Die in Jena um 1800 verhandelten
Konzepte stehen am Beginn der Konsolidierung der uns heute in den Wissenschaften bestimmenden Vorstellungen und Strukturen.
Im vorliegenden Band wird dieses Nebeneinander verschiedener Vorstellungen neu in den Blick genommen. Aus Perspektive von Ästhetik, Wissenschaftsgeschichte und Philosophie wird die Situation der Physik um 1800 im Gefüge von
Kunst, Wissenschaft und Philosophie thematisiert. Dargestellt wird das Experiment der Kultur um 1800, das mit seiner Offenheit dann für unsere Moderne zum Ereignis wurde.

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Band 6: Barry Murnane/Andrew Cusack (Hgg.): Populäre Erscheinungen. Der deutsche Schauerroman um 1800 (2011)

Um 1800 geht das Gespenst einer neuen populären Romanform um: Der Schauerroman.
In 17 Beiträgen wird die Entstehung des deutschen Schauerromans als eigenständige Formation in der Spätaufklärung und Frühromantik rekonstruiert und diskursgeschichtlich untersucht.
Ausgehend von anthropologischen Grundannahmen der Spätaufklärung zum Phänomen des Schauers u. a. bei Schiller und Grosse, über eine Reihe von Einzeluntersuchungen zu populären Formen des Schauerromans vom Ausgang der Romantik bis zur Jahrhundertwende um 1800, führt der Band die Kristallisation einer spezifisch romantischen Ästhetik des Schauerromans in den Schriften Tiecks, Jean Pauls und Hoffmanns vor.

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Band 7: Olaf Breidbach (Hg.): Vom Ende des Ereignisses (2011)

Das Ereignis Weimar - Jena, diese nachhaltig prägende Ballung eines Wirkungszusammenhangs in dem kleinen Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, bestimmte nicht nur die Kultur um 1800. Es ist in seinem Einfluss auf die Ordnung des Wissens, die politischen Leitideen und die ästhetischen Normierungen unserer heutigen Kultur kaum zu unterschätzen. In diesem Raum konturierten sich unsere Ideen von Freiheit, vom Schönen, von der Geschichte und nicht zuletzt auch die Vorstellung von der Rationalität, die bis heute jede Wissenschaft bestimmt. Die Beiträge, die aus dem Sonderforschungsbereich Ereignis Weimar-Jena/Kultur um 1800 erwachsen sind, skizzieren diesen bedeutenden historischen Wirkungszusammenhang nicht von seinem Ende aus, sondern untersuchen ihn in seiner Mechanik. Sie erfassen so die Vielfalt der historisch gewachsenen Verknüpfungen. Damit eröffnet sich ein neuer Einblick in die Kultur um 1800 und darüber hinaus eine neue Sicht auf ihre Bedeutung dieser Kultur für uns im beginnenden 21. Jahrhundert.

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Band 8: Elisabeth Johanna Koehn/Daniela Schmidt/Johannes-Georg Schülein/Johannes Weiß/Paula Wojcik (Hgg.):
Andersheit um 1800. Figuren - Theorien - Darstellungsformen (2011)

Wie gehen Philosophie und Literatur um 1800 mit Andersheit um - und inwiefern dürfen die hier erprobten Ansätze bis heute Relevanz beanspruchen? Während man der Literatur gemeinhin ein offenes, dem Heterogenen verpflichtetes Denken zugesteht, sieht sich die Philosophie insbesondere in Gestalt des deutschen Idealismus immer noch häufig dem Totalitarismusverdacht ausgesetzt, das Andere zugunsten systematischer Einheit zu neutralisieren. Vermag dieser schematische Gegensatz aber zu überzeugen?
Die Beiträge dieses Bandes spüren Figuren, Theorie und Darstellungsformen des Anderen von Kant bis Hegel und von Schiller bis Brentano nach, um das literarisch-philosophische Feld um 1800 jenseits dieser starren Frontstellung interdisziplinär zu erschließen.

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Band 9: Steffen Siegel/Petra Weigel (Hgg.): Die Werkstatt des Kartographen. Materialien und Praktiken visueller Welterzeugung (2011)

Ein Kartograph zeichnet nicht die Welt wie sie ist, sondern veranschaulicht eine Idee von ihr. Mit seinen Karten erzeugt er eine eigene visuelle Welt. Mithilfe kritischer Rekonstruktionen werden die Absichten und Beweggründe der Kartographie bestimmt. Sie zeigen sich insbesondere anhand der kartographischen Praktiken; denn ein Kartograph muss nicht nur messen und zeichnen, er muss auch abstrahieren, projizieren und vermarkten. Unter den 14 Beiträgen gibt auch ein erstmals veröffentlichter Arbeitsbericht des Gothaer Kartenstechers August Kramer einen Einblick in die Werkstatt des Kartographen.

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Band 10: Rainer Godel/Gideon Stiening (Hgg.):
Klopffechtereien - Missverständnisse - Widersprüche? Methodische und methodologische Perspektiven auf die Kant-Forster-Kontroverse (2012)

Sind Menschenrassen zu unterscheiden und wie sind sie zu bestimmen? Diese Frage war der Anlass für eine der schärfsten Debatten des späten 18. Jahrhunderts: die Auseinandersetzung zwischen Immanuel Kant und Georg Forster. Dieses hoch prekäre Thema wurde in der Folge bis in die Gegenwart hinein zum Streitobjekt. Doch steht schon im 18. Jahrhundert mehr in Frage als nur das inhaltliche Problem. Der Geist des Streits um die Aufklärung im Ganzen bestimmt die Kontroverse.
Germanisten, Philosophiehistoriker und Philosophen, Wissenschaftshistoriker, Geschichts- und Politikwissenschaftler führen in diesem Band auf der Grundlage der Zentraltexte der Forster-Kant-Debatte eine methodologische Diskussion, in der die Voraussetzungen, Grenzen und Chancen der jeweiligen disziplinären Zugänge erkennbar werden.

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Band 11: Ulf Bohmann, Benjamin Bunk, Elisabeth Johanna Koehn, Sascha Wegner, Paula Wojcik (Hgg.):
Das Versprechen der Rationalität. Visionen und Revisionen der Aufklärung (2012)

Von Rationalität wird seit der Epoche der Aufklärung viel erwartet. Der vorliegende Band untersucht den Versprechenscharakter von Rationalität aus dezidiert interdisziplinärer Perspektive. Systematisch werden die aufklärerischen Visionen beleuchtet, die in ihrer Vielfalt das Versprechen der Rationalität ausmachen. Zugleich werden in Form von Revisionen ebenjene Visionen und ihre Manifestationen neu gesichtet, geprüft oder auch kritisiert und zurückgewiesen: Was wurde in welchem Maße eingelöst und wo wurden Versprechen gebrochen? Die Beiträge loten den Geltungsanspruch von Rationalität im Spannungsverhältnis von 18. und 21. Jahrhundert aus. So liefern sie eine Einschätzung des Aufklärungsprozesses bis hinein in die Gegenwart.

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Band 12: Dietmar J. Wetzel (Hg.): Perspektiven der Aufklärung. Zwischen Mythos und Realität (2012)

Das Postulat von Immanuel Kant, dem zufolge Aufklärung "der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit" (1784) sei, lässt sich als Beginn einer Epoche begreifen, die in der Soziologie, aber auch in der Selbstbeschreibung der Gesellschaft unter dem Stichwort Moderne verhandelt wird. Die Epoche der Aufklärung bildete den Ursprung für eine Reihe von emanzipatorischen Projekten, die nicht nur das Zusammenleben der Menschen untereinander betrafen, sondern auf entscheidende Weise auch das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt prägten. Spätestens seit der von Adorno und Horkheimer beschriebenen "Dialektik der Aufklärung" und der von Foucault initiierten "genealogischen Kritik" als Desiderat der Aufklärung hat diese ihre Unschuld verloren.
Angesichts von Öko-, Wirtschafts- und Verschuldungskrise müssen die Schattenseiten einer fortschrittsorientierten Aufklärung stärker denn je in Rechnung gestellt werden. Diesem Geist folgend versammelt Perspektiven der Aufklärung verschiedene wissenschaftliche Disziplinen und Positionen. Beabsichtigt ist nicht die Aufklärung zu feiern, sondern eine kritische Bestandsaufnahme vorzunehmen, anhand derer die ganze Vielfältigkeit und Ambivalenz der Aufklärung deutlich wird, dabei aber radikal historisierend zu denken, mit anderen Worten: permanente Aufklärung als fortlaufendes Projekt der Gegenwartsgesellschaft.

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Band 13: Silke Förschler, Nina Hahne (Hgg.): Methoden der Aufklärung. Ordnungen der Wissensvermittlung und Erkenntnisgenerierung im langen 18. Jahrhundert (2012)

Das lange 18. Jahrhundert zeichnet sich durch ein ausgeprägtes Methodenbewusstsein aus. Dieses Methodenbewusstsein äußert sich nicht nur in den Ordnungsmustern der Philosophie und Naturgeschichte, sondern auch in - mit diesen oft eng verwobenen - literarischen und künstlerischen Darstellungsformen. Dem Weg der Erkenntnisfindung wird häufig ein beinahe größerer Wert zugesprochen als den gewonnenen Erkenntnissen selbst, und auch den Vermittlungsweisen spezifischer Inhalte in Lehrbüchern und Überblickswerken kommt dabei eine eigene Rolle und Bedeutungsebene zu.
Die Beiträge dieses Bandes untersuchen die Spannbreite von heteronom angelegten didaktischen Konzepten der Wissensvermittlung und autonomeren ästhetischen Verfahrensweisen der Erkenntnisgenerierung.

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Band 14: Olaf Breidbach (Hg.): Materialienband "Dynamische Physik" (2013)

Auf der Grundlage von Schellings Wissenschaftslehre skizziert der Physiker Joseph Weber den Rahmen einer neuen Physik. Der Einfluss Schellings, der wissenschaftshistorische Kontext von Webers Theorien und ihre Rezeption werden nun in der kommentierten Ausgabe von Webers Dynamischer Physik erläutert. Joseph Weber entwickelte eine Physik, deren Ziel in der Darstellung von Natur nach einem experimentell zu fassenden Prinzip liegt. Sein Wissenschaftsprogramm ist ein Versuch, sich aus den Fesseln alter Autoritäten zu befreien. Seine Grundlage, die idealistische Naturphilosophie, stand keineswegs abseits jeder zeitgenössischen Forschung, sondern war Teil einer Diskussion über die Entstehung eines neuen Systems physikalischen Wissens. Das beweist auch, dass Schellings Wissenschaftslehre kein esoterischer Irrweg war, sondern maßgeblichen Einfluss auf die Methoden und Ziele der Wissenschaft hatte.

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Band 15: Frank Jung, Thomas Kroll (Hg.): Italien in Europa. Die Zirkulation der Ideen im Zeitalter der Aufklärung (2014)

Italien war das Experimentierfeld für aufklärerische Ideen im Europa des 18. Jahrhunderts. Die Rezeption italienischer Ideen, Reformen und Revolutionen hat in der Vorstellungswelt der europäischen Aufklärer tiefe Spuren hinterlassen. Während die Korsische Revolution die Frage aufwarf, ob Widerstand gegen eine tyrannische Herrschaft zulässig sei, traten radikale Aufklärer wie Giannone, aber ebenso Pilati, für eine strikte Trennung von Staat und Kirche ein. Beccaria forderte erstmals die Abschaffung der Todesstrafe, und infolge der unter Großherzog Peter Leopold durchgeführten Reformen galt die Toskana als »Modelstaat«.

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Band 16: Andreas Christoph: Geographica und Cartographica aus dem Hause Bertuch. Zur Ökonomisierung des Naturwissens um 1800 (2012)

In der Übergangszeit zwischen 18. und 19. Jahrhundert ereignete sich die außerakademische Institutionalisierung der kartographischen Verlage in Weimar und Jena. Zwischen 1790 und 1850 durchlebten "Landes-Industrie-Comptoir" und "Geographisches Institut" Phasen des wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Aufschwungs, aber auch des beginnenden Niedergangs. Im Mittelpunkt dieser Entwicklung stand der Autor, Verleger und Wissenschaftsunternehmer Friedrich Justin Bertuch - ein außergewöhnlich innovativer Produzent von Karten, Atlanten und Globen.
Der vorliegende Band stellt erstmals die Etablierung der deutschen Kartographie als Wissenschaft in einer ausführlichen Historiographie stellt.

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Band 17: Konstanze Baron: Diderots Erzählungen. Die Charaktergeschichte als Medium der Aufklärung (2014)

In den letzten Jahren seines Lebens hat der französische Aufklärer Denis Diderot eine Reihe von Erzählungen vorgelegt, die als "Summe" seines moralphilosophischen Denkens gelten können. Hier werden sie erstmals im Zusammenhang dargestellt und interpretiert.
Mit Diderot erreicht die aufklärerische Erzählkunst einen Höhepunkt; ging es bisher vor allem darum, philosophische Inhalte auf unterhaltsame Weise zu vermitteln, finden nun die ästhetischen Bedingungen und Kategorien des Erzählens selber Eingang in die moraltheoretische Überlegung. Wie die vorliegende Studie zeigt, ist dabei die Kategorie des Charakters von entscheidender Bedeutung: neben dem philosophischen Roman und der moralischen Erzählung etabliert sich die Charakternovelle als neue Form.

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Band 18: Norman Kasper: Ahnung als Gegenwart. Die Entdeckung der reinen Sichtbarkeit in Ludwig Tiecks frühen Romanen (2014)

Wann beginnt die Romantik? Und wie viel Aufklärung steckt in ihr? Wenn jemand bei der Beantwortung dieser Fragen helfen kann, dann Ludwig Tieck; denn an den ästhetiktheoretischen Positionen seiner Romane der 1790er Jahre lässt sich der Epochenumbruch besonders gut studieren.
Im Mittelpunkt der Studie steht Tiecks Beitrag zu einer Diskurs- und Wissensgeschichte der Sichtbarkeit, zum Verhältnis von bildlicher Gegenständlichkeit und Abstraktion, zur Beziehung von Anschauung und Darstellung sowie zur Markierung bzw. Überschreitung medialer Grenzen. In der Analyse des Dialogs von Aufklärung und Romantik greift Norman Kasper am Leitfaden der Sichtbarkeit auf historische Texte der physiologischen Anthropologie, der philosophischen Ästhetik und der Kunsttheorie zu und verfolgt die Entstehung der reinen Sichtbarkeit entlang der Romane Geschichte des Herrn William Lovell und Franz Sternbalds Wanderungen.

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Band 19: Olaf Breidbach, Andreas Christoph (Hg.): Kartieren um 1800. (Titel noch nicht erschienen)

Erst um 1800 wird die Landschaft geometrisch erfasst. Während vordem Zeitdistanzen aus der Karte auszulesen und landschaftliche Besonderheiten in graphischen Kürzeln notiert waren, wird die Landschaft nunmehr in ihren topographischen Größenbeziehungen dargestellt.
Gebirge erscheinen in ihren Konturen, Landschaftstypen sind in eine geometrisch exakte Darstellung von Distanzverhältnissen eingebunden. Die Karte gewinnt damit eine neue Bedeutung, sind doch so Informationen über die Landschaft in die Karte implementiert. 
Der Band beschreibt in einer Folge von Einzelbeiträgen die neuen Verfahren der Landvermessung und die neue Nutzung der Karten sowie die Geräte, die mathematischen Darstellungsverfahren und die Frage der Vermittlung des neuen kartographischen Wissens um 1800.



Band 20: Olaf Breidbach, Klaus Manger, Georg Schmidt (Hg.): Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800 (2015)

Der Band dokumentiert die Arbeit des Sonderforschungsbereichs 482, eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft über 12 Jahre geförderten Großunternehmens, das sich dem zentralen Ereignis der Deutschen Kulturgeschichte, der Periode um 1800 in Weimar/Jena, widmete.
Unter dem Begriff »Ereignis« erfassen die Beiträge dieses Buchs einen zeitlich und räumlich lokalisierbaren Wirk- und Handlungsraum. Hier kulminierte die Aufklärung, weil bestehendes Gedankengut neu gedacht und experimentell in die soziale und wissenschaftliche Praxis überführt wurde. Jena, die »Stapelstadt des Wissens« und die Residenz Weimar machten dabei aus Wissen Kapital und aus Alltäglichem Hochkultur. Die gesamte Historie wurde auf diese Weise anthropologisch pointiert und an die Moderne neu adressiert.

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Band 21: André Knote: Von der geistlichen Seelenkur zur psychologischen Kur. Zur Geschichte der Psychotherapie vor Freud (2015)

Unter der Bezeichnung »psychologische Cur« zeigt sich bereits um 1750 ein ärztliches Behandlungskonzept, das man mit Recht als einen Vorläufer der Psychotherapie bezeichnen kann. Diese minutiöse Studie zeigt den Übergang von theologischen zu psychologischen Konzepten der Seelenbehandlung.
Die Geschichte der Psychotherapie vor Freud wurde bisher meist als bloße Vorgeschichte beschrieben. Unbeachtet blieben Entwürfe aus der Zeit der Aufklärung, die jedoch eine Schlüsselstellung einnehmen, indem sie theologisch-pietistische Seelenkuren in ein durch die Philosophie der Aufklärung und von der Medizin inspiriertes Konzept einer ärztlich-psychologischen Seelenbehandlung umwandeln. Fächerübergreifend ordnet André Knote diese erstaunliche Idee einer Psychotherapie im Geiste der Aufklärung wissenschaftshistorisch ein.

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Band 22: Der homme machine des 21. Jahrhunderts. Von lebendigen Maschinen im 18. Jahrhundert zur humanoiden Robotik der Gegenwart (2014)

Warum werden lebende Organismen, insbesondere der Mensch, als lebendige Maschinen verstanden? Warum hat der Mensch das Bedürfnis, sich selbst als Maschine nachzubauen?
Das 18. Jahrhundert stand u.a. mit La Mettries Werk L'homme machine (1747) und den »lebendigen« Automaten eines Vaucansons im Zeichen verschiedener »Maschinentheorien des Lebendigen«. Um bis in die Gegenwart anhaltende Tradierungen und Wandlungen des damals fundierten Mensch-Maschinen-Konstrukts erfahrbar zu machen, rückt der Mensch als Forschungsobjekt der KI und der Robotik ins Blickfeld. Es steht zu beantworten, inwieweit die Rede vom Maschinenmenschen und der Bau künstlicher Maschinen dazu verhelfen, Wissen über den Menschen zu erlangen.

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Band 23: Kerrin Klinger: Zwischen Gelehrtenwissen und handwerklicher Praxis. Zum mathematischen Unterricht in Weimar um 1800 (2014)

Der mathematische Unterricht an den Schulen Weimars von 1770 bis in die 1830er Jahre war bestimmt von einer ständisch geprägten Differenzierung des Schulwesens. Einzelnen Bevölkerungsgruppen vom Almosenempfänger bis zum adligen Pagen wurden nicht nur spezifische Schulformen, sondern auch unterschiedliche Bildungskarrieren zugewiesen.
Im Rahmen ihrer Studie wertet Kerrin Klinger die Verwaltungsakten aller institutionalisierten Schulen sowie die dort verwendeten mathematischen Lehrwerke aus. Je nach Schultyp finden sich unterschiedliche mathematische Lehrinhalte und Vermittlungsmethoden, die sich im Zuge der Umstrukturierung des Schulwesens weiter spezialisierten. Die Ausrichtung mathematischer Bildungsinhalte ist damit ein Indikator für die Herausbildung sozial differenzierter und differenzierender Ausbildungsprofile.

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Band 24: Jürgen Kaufmann, Martin Kirves, Dirk Uhlmann (Hg.): Zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit. Visualität in Wissenschaft, Literatur und Kunst um 1800 (2014)

Was bedeutet Sichtbarkeit, betrachtet in ihrer je spezifischen Beziehung zu ihrem Gegenteil, der Unsichtbarkeit? Der vorliegende Band nimmt in neun Beiträgen diese verwickelte Relation auf dem Gebiet der drei maßgeblichen Diskurse - Wissenschaft, Literatur und Kunst - um 1800 in den Blick.
Um 1800 werden die später grundlegenden und wirkmächtigen Ausarbeitungen des Gegensatzes von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit konzipiert, theoretisch ausformuliert oder praktisch umgesetzt. Die Einzeluntersuchungen nehmen ihren Ausgangspunkt von zwei logisch-fundamentalen Grundkonstellationen des Gegensatzpaars »sichtbar/unsichtbar«: Die eine fasst das Verhältnis als komplementär-inklusiv auf, die andere spitzt es auf einen kontradiktorisch-exklusiven Gegensatz zu.

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Band 25: Kristina-Monika Hinneburg, Grazyna Jurewicz (Hg.): Das Prinzip Aufklärung zwischen Universalismus und partikularem Anspruch. The Principle of Enlightment between Universalism and Particularistic Claims (2014)

Der Begriff »Aufklärung« steht für eine Wertekonfiguration, die - universelle Gültigkeit beanspruchend - Freiheit und Gleichheit zum Allgemeingut erklärt. Eine Analyse historischer »aufklärerischer« Prozesse verdeutlicht jedoch, dass diese keineswegs das Versprechen von individueller und kollektiver Emanzipation für alle gesellschaftlichen Subjekte gleichermaßen einlösen.
Anhand zahlreicher Beispiele lässt sich zeigen, wie die als allgemeingültig postulierten aufklärerischen Werte mit partikularen Interessen religiöser, ethnischer und geschlechtlicher Minderheiten in Konflikt geraten können. Neben theoretischen Fragestellungen zu diesem Themenkomplex erörtern die im Band versammelten Beiträge Fallbeispiele aus dem Zeitraum vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

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Band 26: Georg Neugebauer, Paolo Panizzo, Christoph Schmitt-Maass (Hgg.): 'Aufklärung' um 1900. die klassische Moderne streitet um ihre Herkunfstgeschichte (2014)

Die Geschichte der ›Aufklärung‹ ist auch die Geschichte ihrer Rezeption. In dieser Beziehung kommt der Zeit um 1900 eine besondere Bedeutung zu:. Denn in den Jahrzehnten nach der Reichsgründung wird die Frage, wie man es mit der ›Aufklärung‹ hält, erstmals zum Prüfstein kultureller Selbstvergewisserung.
Die Beiträge des vorliegenden Tagungsbands widmen sich aus unterschiedlichen disziplinären Blickwinkeln den vielfältigen Wegen und Strategien der Aufklärungsrezeption an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.

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Band 27: Johannes Weiß: Das frühromantische Fragment. Eine Entstehungs- und Wirkungsgeschichte (2015)

Ende des 18. Jahrhunderts ruft eine Gruppe junger Intellektueller das Zeitalter einer neuen romantischen Poesie aus. Ihre Ausdrucksform ist innovativ: eine Philosophie, die sich statt in systematischer Ordnung in bunt durcheinandergewürfelten Gedankensplittern präsentiert.
Der Band liefert auf der Grundlage präziser Einzeluntersuchungen eine Gattungsbestimmung des frühromantischen Fragments und ordnet es in seinen historischen Kontext ein. Die von den Brüdern Schlegel und Novalis begründete Gattung gibt sich revolutionär, steht aber zugleich in der Tradition der Aphoristik, die mit den französischen Moralisten beginnt. Die Frühromantiker selbst weisen auf den Einfluss der pointierten Maximen Chamforts und des geistreichen Schreibstils Lessings hin. Nachfolgende Denker wie Nietzsche, Benjamin und Blanchot führen diese zwischen Aphorismus und Essay changierende Form auf je eigene Weise weiter.

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Band 28: Daniel Fulda, Sandra Kerschbaumer, Stefan Matuschek: Aufklärung und Romantik. Epochenschnittstellen (2015)

Epochenbegriffe halten sich, trotz des stetigen Streits um sie, aus Gewohnheit. Was als Periodisierung der Literaturgeschichte eingeübt ist, wird zum Problem, wenn man es inhaltlich präzise zu bestimmen und trennscharf abzugrenzen versucht.
Der Band fragt nach der Schnittstelle zwischen Aufklärung und Romantik, ihrer Abgrenzung und Koordinierbarkeit, aber auch nach der Erkenntnisfunktion dieser Begriffe und nach Alternativen. Es ist etwas anderes, ob man Epochenbegriffe als Ordnungsbegriffe der Literaturgeschichte oder als Deutungsbegriffe einzelner Werke verwendet, ob man mit ihnen das Verbindende von Literatur-, Philosophie-, und Sozialgeschichte oder spezifisch Literarisches herausstellen will, ob man an der Rekonstruktion historischer Diskurse oder an einem allgemein Modellhaften interessiert ist. Damit der Streit um die angemessenere Definition und Verwendung produktiv wird, macht der vorliegende Band diese Verschiedenheit sichtbar.

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